Nachtsichtgeräte im Einsatz gegen Cam-Rips

Deutsche Kinos werden zunehmend erfindungsreich im Kampf gegen illegales Abfilmen der Leinwand. Der Einsatz von Nachtsichtgeräten soll abschreckend wirken. Als Cam-Rips bezeichnet man das Abfilmen der Kinoleinwand durch Camcorder. Also genau das, was vor Beginn eines Filmes ausdrücklich verboten wird. Dennoch ist diese Art der Raubkopie häufig die erste, die nach dem Start eines neuen Kinofilms im Internet auftaucht. Und auch wenn die Qualität der Aufnahmen zumeist sehr zu wünschen übrig lässt, das Bild zu dunkel ist und die Gespräche der Sitznachbarn zu hören sind – diese illegalen Kopien verursachen der Filmindustrie einen Millionenschaden. Daher haben Filmverleiher wie insbesondere Warner Bros. und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) den Abfilmern den Kampf angesagt und Kinobetreiber aufgefordert, ein Nachtsichtgerät in ihren Vorführsälen einzusetzen. Nach Auskunft der Zukunft Kino Marketing GmbH sollen Nachtsichtgeräte nun in unregelmäßigen Abständen und nur bei Verdachtsfällen in Kinos eingesetzt werden. Außerdem müssen die Besucher bereits vorab beim Kauf der Eintrittskarte an der Kasse über den Einsatz informiert werden. Somit hat zwar jeder Kinobesucher die Möglichkeit, der Überwachung zu entgehen. Er muss dann allerdings auch auf den Genuss des Filmes verzichten, sollte sich nicht in der Nähe ein anderes Kino befinden, in dem auf den Einsatz der Nachtsichtgeräte verzichtet wird. Trotz eines Aufschreis der Datenschützer scheinen die meisten Deutschen weniger Wert auf ihre Privatsphäre zu legen. Die Besucherzahlen der Kinos steigen zumindest weiter an.

Nachtsichtgeräte nutzen nur bedingt

Es stellt sich die Frage, ob es sich beim Kampf gegen das Abfilmen in den Kinosälen nicht um einen Nebenkriegsschauplatz handelt. Denn so genannte Release Groups, die professionell Raubkopien über das Internet verbreiten, nutzen ganz andere Wege, um an geeignetes Material zu kommen. Immer wieder gelingt es ihnen Filme zu vertreiben, die in deutschen Kinos noch gar nicht angelaufen sind. Und dennoch haben die Kopien eine deutsche Tonspur. Nur in Zusammenarbeit mit Kinomitarbeitern scheint es möglich zu sein, deutsche Tonspuren direkt aus den Projektionsanlangen zu entnehmen und mit den Bildern einer englischen Kopie zu synchronisieren. Ach, waren das doch zeiten, als wir in den Sechziger Jahren im VW Käfer im Autokino saßen…

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